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„Our sound is that we have no sound”, so der Wortlaut von Omar Rodriguez-Lopez, der Gitarrist von ,,The Mars Volta”. Und das trifft es. The Mars Volta kann man keinem Stil zuordnen. Mit Einflüssen von Hardcore, Psychedelic und auch Salsa, sagt Omar selbst, geprägt entstand 2001 das Projekt Mars Volta.

Angefangen hat alles damit, dass sich im Jahre 2001 die Hardcore-Legenden „At The Drive-In“ sich mitten in ihrer Europa-Tour auflösen und sich die Band in zwei Lager aufteilte. Die eine Hälfte um Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar hatte mit Sparta eine relativ erfolgreiche Zukunft.

Hingegen kümmerte sich die „Afro-Fraktion“ um Gitarrist Omar Rodriguez-Lopez und Sänger Cedric Bixler-Zavala erstmal in etwas leiseren Zügen um ihr Dub-Nebenprojekt „Defacto“, an dem sie schon seit 1995 rumhandierten.

Kurz darauf entsteht mit „The Mars Volta“ ein weiteres Projekt. Zur richtigen Band wird man allerdings erst, als kurze Zeit später Defacto-Keyboarder Ikey Owens zur Band stößt. Danach holt man sich als Bassistin Eva Gardner, einen neuen Drummer: Jan Phillipe Theodore (Golden, Royal Trux) und den Defacto-Sänger Jeremy Ward, der bei Konzerten allerdings eher im Hintergrund bleibt, dafür aber das Songwriting, Samples, Effekte und sonstige Spielereien übernimmt.



Sie veröffentlichen die erste EP „Tremulant“ auf Omars Label GSL (Golden Standard Label) und ernten reichlich gespaltene Kritik für die sehr extravagante Version von Space-Rock im Jahr 2002.

Im Mai 2002 verlassen Gardner und Owens die Band – sie werden durch Linda Good an den Keyboards und Ralph Jass ersetzt.

Während „The Mars Volta“ sich zu einem vielbeachteten Act machen und die Erwartungen an das Debüt-Album steigen, lässt man die Sache recht locker angehen. Cedric singt auf Henry Rollins WM3-Benefiz-Sampler alte Black Flag-Hits, Omar produziert einen Film und ein Album der Band Radio Vago.

Als Support der Red Hot Chili Peppers kommen „The Mars Volta“ wieder auf die Bühne und geben schon einen kleinen Vorgeschmack auf ihr Debüt "De-Loused In The Comatorium". Es soll ein Konzept-Album werden, produziert von Rick Rubin (Produzent von RHCP, Slayer). Jedoch verändert sich kurz vor der Veröffentlichung die Besetzung schon wieder: Juan Alderete nimmt den Patz von Ralph Jass am Bass ein.
Doch das war alles nicht so schlimm. Eine Tragödie in der History von „The Mars Volta“ passierte vier Wochen vor dem deutschen Release des ersten Albums (am 23.Juni 2003): Jeremy Ward wird in Los Angeles tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Todesursache bleibt bis heute ungeklärt, auch wenn es eine Überdosis an Gerüchten gab.
Dennoch verfällt die Band nicht in Lethargie und stürzt sich als Therapie in spektakuläre Live-Auftritte. Schon kurz nach Veröffentlichung des bahnbrechenden und als musikalische Revolution gefeierten Albums macht man sich auf, die Geschehnisse on the road zu verarbeiten.
Zur weiteren Bewältigung des Todes von Jeremy Ward dienen die Aufnahmen für das zweite Album „Frances The Mute“. Konzeptalbum Nummer zwei beschäftigt sich vor allem mit dem Leben des Soundtüftlers. Auch können „The Mars Volta“ prominente Gastmusiker wie John Frusciante und Flea von den Red Hot Chili Peppers begrüßen. Letzterer in ungewohnter Rolle als Trompetenspieler. Cas Album erscheint Anfang 2005 und begeistert die Welt wiederum.



Im Mai 2005 bewegt dann eine überraschende Nachricht die Fans: Omar teilt über die Bandhomepage mit, dass Sparta-Gitarrist Paul Hinojos zu The Mars Volta wechselt. „Meine Zeit mit Sparta ist abgelaufen, es machte einfach keinen Spaß mehr“, erklärt Hinojos.

Schon 2003 half er unmittelbar nach dem Tod vom Ward aus, nun übernimmt er den Job des Soundengineers. Omar dazu: "Für mich war immer klar, dass Paul der einzige Mensch ist, der Jeremys Platz übernehmen könnte."
Schon auf der laufenden US-Tour ist der Ex-Spartaner mit von der Partie.


Zum Album „Frances The Mute“

The Mars Volta lassen sich nicht in Schubladen stecken. Auch auf "Frances The Mute" nicht. Mehr noch: Sie tun weiterhin alles, um auch noch den kompletten Schrank zu umgehen.
Welche Geräusche sind Kunst, welche sind reine Willkür? Eine Frage, über die sich grandios philosophieren ließe. Denn selten liegen Kunst und Chaos, erhabene Komposition und unmotiviertes Geplänkel derart nah beieinander. The Mars Volta mischen Lärm mit Latino-Rhythmen, Rauschen mit Filmmusik à la Ennio Morricone und Gitarren mit Synthesizern.


CD-Cover „Frances The Mute“

Wieder einmal spielt der Tod eine gewichtige Rolle: Wurde auf "De-Loused In The Comatorium" Julio Venegas' Tod verarbeitet, beeinflusste das Ableben des Geräuschzauberers der Band, Jeremy Ward, das aktuelle Werk. Außerdem gab ein von Jeremy gefundenes Tagebuch dem Album seine Form.
So lautet die Legende: Songtitel entsprechen Namen von Personen, welche der Tagebuchautor auf der Suche nach seinen biologischen Eltern traf. Suche hat bekanntlich etwas mit Standortbestimmung und einer gewissen Verlorenheit zu tun. "Frances The Mute" lässt den Hörer dieses Gefühl auch grandios nachvollziehen.

Das Album besteht aus fünf musikalischen Abschnitten, die insgesamt 75 Minuten in die Waagschale werfen. Jene fünf Teile sind wieder in einige Abschnitte eingeteilt. Versatzstücke und Motive, welche immer wieder leicht verändert zitiert werden, erinnern an die Kompositionspraxis in der Klassik.

Keine leichte Kost: eine „eigenartige“ Platte, die durchaus Emotionen erwecken kann und helfen kann beim Ausleben von Gefühlen der Tauer und Hilflosigkeit.

verfasst von Jeany (janz allein!)
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